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                 Video-Podcast der Bundeskanzlerin 26/09

                                               15. August 2009

 


 

 

Am kommenden Mittwoch werde ich nach Sopron in Ungarn reisen. Am 19. August vor 20 Jahren hat dort das „Paneuropäische Picknick“ stattgefunden – an der ungarischösterreichischen Grenze, zwischen St. Margareten und Sopron.

 

Diese Veranstaltung wurde organisiert von der Paneuropäischen Union auf der einen Seite und dem damaligen oppositionellen Ungarischen Demokratischen Forum. Es lag eine offizielle Genehmigung beider Regierungen vor, dass anlässlich dieses Picknicks für einige Stunden ein jahrzehntelang geschlossenes Grenztor geöffnet werden konnte. Diese Gelegenheit wurde von über 700 Bürgerinnen und Bürgern der ehemaligen DDR genutzt, um nach Österreich zu fliehen. Damit war die Öffnung der Mauer unumkehrbar gemacht.

 

Bereits am 2. Mai 1989 hatten die ungarischen Behörden begonnen, die technischen Grenzanlagen zu demontieren. Drei Wochen nach dem Paneuropäischen Picknick gab es ein Geheimtreffen auf Schloss Gymnich: mit dem damaligen ungarischen Ministerpräsidenten Miklos Németh und dem deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl sowie den beiden Außenministern Hans-Dietrich Genscher und Gyula Horn. Dabei wurde beschlossen, dass Ungarn bereit ist, die Grenze zu öffnen und damit einen Beitrag zu leisten, um die unumkehrbare deutsche Einheit möglich zu machen. Ungarn hat für diese Bereitschaft keinerlei Gegenleistung eingefordert.

 

Meine Reise nach Ungarn ist ein Dankeschön an Ungarn: an die Menschen, die dort leben, aber auch an die damaligen Verantwortlichen, dass sie mit Mut und Weitsicht gehandelt haben und damit die Beschleunigung der Demokratisierung in Mittel- und Osteuropa möglich gemacht haben – und natürlich alles das, was zur deutschen Einheit führte.

 

Wir werden dies den Menschen in Ungarn niemals vergessen. Wir haben damit etwas erlebt – vor 20 Jahren –, was uns die Freiheit in der ehemaligen DDR, aber auch in allen anderen sozialistischen Ländern Europas gebracht hat.

 

Wir wissen, wie viele Menschen für den Gedanken der Freiheit Opfer gebracht haben: Ob es 1953 in der DDR war, ob es 1956 in Ungarn war, ob es 1968 in der Tschechoslowakei war oder mit Solidarność in Polen.

 

Wir haben heute die Aufgabe, anlässlich des Gedenkjahres von 20 Jahren Mauerfall, dafür Sorge zu tragen, dass die jungen Menschen, die in Freiheit und mit freien Grenzen aufwachsen, wissen, dass für diese Freiheit immer wieder auch gekämpft werden muss. Sie ist alles andere als selbstverständlich. Und deshalb gehört das Kennen der eigenen Geschichte genauso zum Freiheitskampf wie der Mut – auch angesichts von Schwierigkeiten heute –, immer wieder für die Freiheit einzutreten.

 

Wir haben in unserer Generation erlebt – auch ich ganz persönlich –, dass Freiheit möglich ist, dass Veränderungen zum Besseren dazu führen können, dass wir heute in Europa gemeinsam leben und in Deutschland wieder vereinigt sind. Diese Erfahrung ist ein wichtiger Baustein, besonders wichtig dadurch, dass wir dies in Europa alles friedlich miteinander geschafft haben.

 

Heute arbeiten Ungarn und die Bundesrepublik Deutschland gemeinsam in der NATO und in der Europäischen Union. Wir wissen: Grenzen wie die, die unsere Vorfahren und auch wir noch gekannt haben, wird in es in Zukunft nicht mehr geben. Aber wir wissen auch: Dass das so ist, dafür müssen wir immer wieder hart arbeiten.

 

 

 
   

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New Cuba Coalition
P. O. Box 14077
Washington, D. C. 20044-4077
Dr. Emilio-Adolfo Rivero — President
Ernesto Díaz-Rodríguez — Vice President
e-mail: cuba@idt.net